MisplacedWomen?

Archive for the ‘Innsbruck’ Category

Code Contribution by Li Fu

In Innsbruck, Performances, Workshops on March 4, 2019 at 1:18 pm

‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’

35 min. Performance von Li Fu

Das Befreiungsdenkmal am Eduard-Wallnöfer-Platz (vormals Landhausplatz), Innsbruck, Mai 2018

Das Befreiungsdenkmal(*1), auf welchem Widerstandskämpfende namentlich genannt werden, die einen Einsatz gegen den Nationalsozialismus geleistet haben, ist ein wichtiger Ort in Innsbruck. Mit dem Wissen um die historischen Ereignisse dieser Zeit, erhält eine Aussage – ‘Ich habe ja nichts zu verbergen!’- eine weitere Dimension. 

Beschreibung:

Eine Person mit einem Rucksack positionierte sich auf einer Seite des vor ihr liegenden Brunnens. Das Ziel des ‘Transparent-Werdens’, welches den Beweis liefern sollte, dass sie wirklich nichts zu verbergen hat, lag nun auf der anderen Seite. Um das Ziel zu erreichen, musste sie daher den Brunnen überqueren. Dabei führte sie genau eine Linie zu dem Punkt, also zu der Position im Raum, an der das Private nun Öffentlich, also Transparent werden sollte. Sie folgte der vorgegebenen Linien, aber damit sie nicht zu nass wurde, mussten vorab Vorkehrungen getroffen werden. Daher gab es eine Schutzvorrichtung für den Rucksack in Form eines spezifischen Regenschutzes und eine Schutzvorrichtung für den Körper in Form eines Regenschirms. Der Rucksack war vollkommen umhüllt und wurde nicht nass. Der Körper versuchte sich mit dem Regenschirm vor dem sich bewegenden Bewässerungssystem zu schützen. Das Bewässerungssystem folgte bestimmten Mustern, die vorab von der Person, die  den Brunnen überquerte, beobachtet wurden. Sie wartete den Zeitpunkt ab, wo die Wahrscheinlichkeit am geringsten war, dass sie mehr als notwendig nass wurde. Das Nass werden, konnte nicht vollkommen vermieden, sondern lediglich begrenzt werden. 

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Am Ziel angelangt entnahm sie aus der am leichtesten zugänglichen Abteilung (der ersten Schicht) des Rucksacks, also aus dem vordersten Fach ohne Reißverschluss, das Codierungsinstrument ‘Kreide’. Damit wurde der ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’ auf den Stufen geschrieben. 

In einem gemäßigt kontrollierten Tempo wurden alle Gegenstände nacheinander dem Rucksack entnommen und erste Kategorien geschaffen. 

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Alle Objekte wurden dem Rucksack entnommen.

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Anhand des Codierungsinstruments ‘Kreide’ wurde den Gegenständen ein bestimmter Platz im System gegeben, indem sie mit der Kreide eingerahmt (Frame) wurden.

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Das nicht vorhersehbare Element ‘Wind’, hatte einige Objekte zwar aus den ihnen zugeordneten Platz im System entfernt, aber sie wurden dennoch nicht vollkommen aus dem System gelöscht, da die Spuren durch die vorhergehende Umrahmungen (Frames) anhand des Codierungsinstruments ‘Kreide’ sichtbar blieben. 

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić


Nachdem alle Elemente ihr ‘framing’ hatten und auch ein ‘re-framing’ der vom Wind neu positionierten Gegenstände stattgefunden hat, wurden die Kategorien im System, je nach Zugehörigkeit, zu einer übergeordneten Kategorie zusammengefasst. Die Wechselwirkung wurde anhand von Pfeilen markiert.

In einem ersten Schritt wurden einige Kategorien benannt (allerdings blieb die Benennung in Kategorien unfertig).

Kategorie 1.0 Schutz des Körpers – direkt am Körper anliegend (Schutzkörper) – Jacke, Schal, Binden, Tampons

1.1. Schutz des Körpers – indirekt am Körper – Regenschirm

Kategorie 2.0 Nahrung – Studentenfutter, Pfirsich, magnesiumhaltiges Wasser, Kaffee

2.1. Leere Studentenfutter Packung

Kategorie 3.0 Pflege und Optimierung des Körpers – Handcreme, Make-Up, Lippenbalsam, Lippenstift, Lipgloss, Make-Up Spitzer (unbenutzt; Fabrikneu)

Kategorie 4.0 Schreibutensilien – Stifte, Kreide

hier endete die Kategorisierung und die Interaktion mit den Jugendlichen (jungen Erwachsenen) begann. 

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Die Jugendlichen/jungen Erwachsenen wurden gefragt, was sie glauben würden, was das für eine Person sei, wenn sie die Gegenstände betrachten. Was sie über die Person denken würden, wenn sie die Gegenstände beispielsweise auf einem Facebook-Profil sehen würden. 

Die Jugendlichen (jungen Erwachsenen) bildeten verschiedene Kategorien: 

Mädchen- Grund: Tampons

Lehrerin – Grund : Kreide

Schülerin/Studentin – Grund: Lernunterlagen, Stifte

Eine sich gesund ernährende Person, aber auch ungesund – Grund: Obst, Studentenfutter, aber auch Filter für Zigaretten

Unzuordenbar war ein einzelner unbenutzter Drumstick, also „keine Schlagzeugerin, weil da müsstest du zwei haben“

Dann wurde über Data-Mining gesprochen und wie das damit zusammenhängt, dass ich ja nichts zu verbergen hätte, ob das so stimmt. Wie viel auf Facebook oder in den sozialen Medien über die eigene Person preisgegeben wird (im ‘virtuellem’ Raum) und wie das im ‘analogem’ Raum aussieht. 

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Auch der Körper wurde vermessen. Daraufhin wurden alle Gegenstände entfernt, doch die Spuren bleiben im System. 

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Konzeptionelle Einbettung:

Da für die Vorbereitung nur einige Stunden zur Verfügung standen, blieb die theoretische Umrahmung fragmentarisch und wird im Folgenden auch so dargestellt. 

Das Ziel des ‘Transparent-Werdens’, welches den Beweis liefern sollte, dass sie wirklich nichts zu verbergen hat, lag auf der anderen Seite der Linie. 

Die Linie wirkt hier wie ein Seil. „Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch – ein Seil über – einem Abrunde.“(*2) Hierin wollte eine Assoziation zum Transhumanismus(*3) geschaffen werden, wo der Mensch sich letztlich auch selbst überwinden soll. Das Bewässerungssystem folgt dabei einem vorab festgelegten Weg und der Mensch wird von diesem von Außen erfasst. Dabei gibt es relativ wenig Vorrichtungen, womit sich der Mensch hätte schützen können, nachdem der Weg eingeschlagen wurde. Die Vermessbarkeit begann bereits beim Betreten des ‘Seiles’ zuerst von außen und dann von ‘innen’. Der Mensch entscheidet den Pfad zu beschreiten und wird angehalten aus freien Stücken, aber durch einen gesetzten Rahmen, das vorgefertigte System zu durchqueren, um sich dann selbst der Transparenz zu verpflichten (Selbstführung), da er ja nichts zu verbergen hat. Am festgelegten Platz angekommen, erlangt der Mensch Entfaltungsmöglichkeiten und kann (soll) das innere preisgeben. Er bedient sich einer ‘Software’, der unter anderem ein ‘Betriebssystem’ zugrunde liegt, die für ihn leicht zugänglich, kostengünstig und effizient zur Verfügung steht (Codierungsinstrument Kreide). Anhand dessen werden dann Daten generiert. Objekt um Objekt werden nun Inhalte dargelegt, die einen Referenzrahmen schaffen, anhand dessen das Subjekt nun kategorisiert werden kann. In einem ersten Schritt positioniert es sich selbst, da die Anordnung der Objekte Rückschlüsse auf die Person zulassen, befindet sich aber gleichzeitig immer schon in Wechselwirkung mit anderen Subjekten, die das Geschehen beobachten. Das Codierungsinstrument ordnet den Gegenständen feste Kategorien und Orte zu, die sich auch verschieben können, wenn unvorhergesehene Einflüsse von Außen darauf einwirken. Anhand der verschiedenen Beziehungen und durch immer mehr Objekte (Daten) kann ein zunehmend genaueres Bild über die Person, Interessen, zugeschriebenes Geschlecht, Zugehörigkeiten zu unterschiedlichen sozialen Kreisen usw. generiert werden. Das ‘private’ (der Inhalt des Rucksacks) wird nun öffentlich zugänglich und zur Diskussion gestellt. Bewusst tritt das Subjekt nun in Austausch mit den Umliegenden und fordert dazu auf es zu kommentieren, wenngleich es auch, sobald es von anderen gesehen wird, von anderen ohne ihr Zutun kommentiert wird. 

Dies war ein Versuch auf analogem Weg Prozesse der Datengenerierung und gegenwärtige Entwicklungstendenzen im Bereich der zunehmenden Digitalisierung aufzuzeigen wie auch, dass einmal gezeichnete Spuren im System in diesem verbleiben, selbst wenn sie verblassen können und erst durch einwirken von außen (Regen, Wasser) entfernt werden können. Jedoch gilt auch hier, dass ein bewusster Akt des Löschens nötig ist, damit die Spuren verschwinden und auch dafür gibt es keine letztliche Garantie. 

Text: Li Fu

———————————

Zur Person: Einfälle einer* Dilettant*in(*4)

Li Fu interessiert sich für das Politische im Alltäglichen und gesellschaftliche Entwicklungstendenzen der Gegenwart. Besonders die Konstruktion des Alltags und die Betrachtung der Bausteine, anhand welchen Wirklichkeiten konstruiert werden, liegen hierbei im Fokus. In D.I.Y. -Manier wird anhand unterschiedlicher Performances der Versuch unternommen theoretische Konzepte in den Alltag zu überführen. 

———————————

Fußnoten:

1.  Schreiber / _erinnern.at_ (o.J.)

2. Nietzsche 1974, S.8. Siehe dazu auch S. 12 – 16 

3. Siehe dazu auch Moravec 1988

4. Siehe dazu Weber 2011

———————————

Literaturverzeichnis:

Moravec, Hans (1988): Mind children: the future of robot and human intelligence. Harvard Univ. Press: Cambridge, Mass. [et al]

Nietzsche, Friedrich (1974) Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen. Reclam Verlag: Stuttgart

Schreiber, Horst/ _erinnern.at_ (o.J.): Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart. Die Intervention am Befreiungsdenkmal 2016.

Weber, Max (2011): Wissenschaft als Beruf. Duncker &  Humblot: Berlin. 

______________________

Edited and first published by Tanja Ostojić on the “Misplaced Women?” Blog 2018/19

This Performance has been released in the frame of: “Misplaced Women?” Workshop by Tanja Ostojić, May 2018, Art in Public Space Tyrol /Kunst in Öffentlichen Raum Tirol, Austria.

__________________________

Please visit as well the other contributions and posts from the same workshops:

Review by Tanja Ostojic: Misplaced Women? @ Art-In-Public-Space Tyrol, Innsbruck

Doing Gender Contribution by Li Fu

Open Call for participants for the “Misplaced Women?” performance workshop in the public space with Tanja Ostojić, in Innsbruck, May 11-13 2018, with a presentation in Die Bäckerei

Offene Ausschreibung zur Teilnahme an der “Misplaced Women?” Performance-Kunst-Werkstatt im öffentlichen Raum mit Tanja Ostojić vom 11–13 Mai 2018 in Innsbruck mit einer Aufführung in Die Bäckerei



Doing Gender Contribution by Li Fu

In Innsbruck, Performances, Stories, Workshops on February 18, 2019 at 10:44 am

Doing Gender 8102.50.3*

60 min Performance von Li Fu

Universität Innsbruck

Beschreibung und konzeptionelle Einbettung

„’Doing gender’ zielt darauf ab, Geschlecht bzw. Geschlechterzugehörigkeit nicht als Eigenschaft oder Merkmal von Individuen zu betrachten, sondern jene sozialen Prozesse in den Blick zu nehmen, in denen ‘Geschlecht’ als sozial folgenreiche Unterscheidung hervorgebracht und reproduziert wird.“(*1)

Der Körper wird exponiert und in verschiedenen Schritten wird versucht die Konstruktion von Geschlecht in einzelnen Bausteinen zu zerlegen wie auch wieder herzustellen und diese somit nachvollziehbar zu machen. Da die Herstellung von Geschlecht „eine gebündelte Vielfalt sozial gesteuerter Tätigkeiten auf der Ebene der Wahrnehmung, der Interaktion und der Alltagspolitik [umfasst], welche bestimmte Handlungen mit der Bedeutung versehen, Ausdruck weiblicher oder männlicher ‘Natur’ zu sein“ (*2), betritt die Person in einem ersten Schritt in einem Poncho den Raum. Der Schnitt des Ponchos hebt keine Körperpartien besonders hervor und versucht somit beim Gegenüber keine gezielte Konstruktion von Geschlecht zu generieren. Daher wird es möglich in einem inneren Prozess zu sehen, welche Kategorien von Geschlecht die Betrachter*innen der Performance dem Subjekt auf dem Laufsteg von vornherein zuschreiben. 

Der Campus Innrain bot sich als Ort des Oszillierens zwischen Theorie und Praxis besonders für das Aufzeigen des iterativen Prozesses der Konstruktion-Dekonstruktion-Rekonstruktion-Dekonstruktion an.

Der Raum wurde in zwei Ebenen eingeteilt: dem fiktional privaten hinteren Bereich, der aus einer gläsernen Decke besteht, die Einblick in die Bibliothek gewährt; aus einer Fensterfront, die zum Spiegel umfunktioniert wird; aus Sitzgelegenheiten, die den ‘privaten Bereich’ umrahmen und damit abgrenzen, aber gleichzeitig auch als Interaktionsort mit dem Außen genutzt werden können und dem vorderen öffentlichen Bereich, in welchem das in Anthrazit gehaltene und langgezogene Gitter als Laufsteg umfunktioniert wird. 

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

Auf der Schwelle zwischen dem öffentlichen und privaten Bereich wird ein Merkmal (symbolisch dargestellt durch den Nagellack) als schmerzhafter Befreiungsakt von vorgefertigten Kategorien  von Geschlecht entfernt. Dabei liegt der Nagellack wie eine zweite Haut auf dem Körper und lässt sich nur mühsam und in einem sich ständig wiederholenden Akt und in Wechselwirkung mit einem dem Körper externen Hilfsmittel (Nagellackentferner) sukzessive entfernen. 

Im privaten Bereich werden dann Hilfsmittel aus dem Koffer gezielt benutzt, um ‘Männlichkeit’  herzustellen. 

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Kunst in Öffentlichen Raum Tirol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

Haltungen werden im Spiegel geübt und gezielte Kleidungsstücke und Accessoires sollen der Konstruktion behilflich sein.  

Anhand überspitzt ‘typischer’ Verhaltensweisen (aggressiv – lässiges umstoßen des Mülleimers – Handeln im sozialen Raum) wird ‘Männlichkeit’ performiert, wie auch anhand der Haltung, des Ganges, der Mimik und Gestik, das Tun, das in der sozialen Situation verankert ist und das in der virtuellen oder realen Gegenwart anderer vollzogen wird, von denen wir annehmen, dass sie sich daran orientieren“(*3), die Konstruktionselemente sichtbar werden lässt. 

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic
Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

Im privaten Bereich setzt sich nun das Subjekt mit dem eben Hergestellten Schicht für Schicht auseinander und übt sich in ‘männlich betroffener Schweigsamkeit’. 

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

Nun wird an das Subjekt in einer Interaktion ein alternatives Handlungs- und Zuschreibungsangebot von Außen [Performance assistance by Pippa Chase] herangetragen. Dies operiert mit sozial anerkannten Bildern, denen auch eine gewisse Zugehörigkeit und Solidarität innewohnen. 

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

‘Frau’/ Freundin’ macht ‘Frau’/ Freundin’ die Nägel und sucht aus dem Koffer ein ‘passendes’ Kleidungsstück für sie aus. 

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

‘Frau’ rasiert sich die Beine und cremt sich ein. Schicht um Schicht wird der performative Akt vollzogen. Die Konstruktion ‘der Weiblichkeit’ wirkt im Spiegelbild verzerrt. 

Li Fu: “Doing Gender . 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic
Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

Die Inszenierung von ‘der Weiblichkeit’.

Im privaten Bereich setzt sich nun das Subjekt mit dem eben Hergestellten Schicht für Schicht auseinander und übt sich im ‘weiblichen Ausbruch’ – lautes Weinen und ‘hysterisches’ Anklagen:  (Wer bin ich? [im privaten Raum])

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

Schicht für Schicht wird ein ‘Dazwischen’ konstruiert und erhebt zum ersten Mal die Stimme im öffentlichen Raum erhoben.

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

„Es ist nicht ER. Es ist nicht SIE. Es gibt auch ein  ‘DAZWISCHEN’. Wer das nicht checken will, soll sich einfach verpissen. Daran stört mich nicht mal die fehlende Empathie, sondern die in so vielen Ländern herrschende Transphobie.“(*4)

Vorbereitungsphase: ca. eine Stunde am Vorabend. 

Text: Li Fu

________________________________________________

Fußnoten:

  1. Gildemeister 2004, S. 132
  2. West/Zimmermann 1987, S.14
  3. West/Zimmermann 1987, S.14 zitiert nach Übersetzung in Gildemeister/Wetterer 1992, S. 237 In: Gildemeister 2004, S.132
  4. Auszug aus einem Hip Hop Text von Li Fu
  5. Siehe dazu Weber 2011

__________________________

Literaturverzeichnis:

Gildemeister, Regine (2004): Doing Gender. Soziale Praktiken der Geschlechterunterscheidung.

In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (Hg): Handbuch Frauen und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie.

VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 132-140. 

Weber, Max (2011): Wissenschaft als Beruf. Duncker & Humblot: Berlin. 

West, Candance/ Zimmerman, Don H. (1987): ‘Doing Gender’ zitiert nach Gildemeister, Regine/ Wetterer, Angelika (1992): Wie Geschlechter gemacht werden. Die soziale Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit und ihre Reifizierung in der Frauenforschung. In: Knapp, Gudrun-Axeli/ Wetterer, Angelika (Hg.): Tradition Brüche. Entwicklung feministischer Theorie. Kore: Freiburg In: Gildemeister, Regine (2004): Doing Gender. Soziale Praktiken der Geschlechterunterscheidung. In: Becker, Ruth/ Kortendiek, Beate (Hg): Handbuch Frauen und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 132-140.

______________________

Zur Person: Einfälle einer* Dilettant*in (*5)

Li Fu interessiert sich für das Politische im Alltäglichen und gesellschaftliche Entwicklungstendenzen der Gegenwart. Besonders die Konstruktion des Alltags und die Betrachtung der Bausteine, anhand welchen Wirklichkeiten konstruiert werden, liegen hierbei im Fokus. In D.I.Y. -Manier wird anhand unterschiedlicher Performances der Versuch unternommen theoretische Konzepte in den Alltag zu überführen. 

______________________

Edited and first published by Tanja Ostojic on the “Misplaced Women?” Blog 2018/19

This Performance has been released in the frame of: “Misplaced Women?” Workshop by Tanja Ostojic, May 2018, Art in Public Space Tyrol /Kunst in Öffentlichen Raum Tirol, Austria.

__________________________

Please visit as well other contributions and posts from the same workshops:

Review by Tanja Ostojic: Misplaced Women? @ Art-In-Public-Space Tyrol, Innsbruck

Code Contribution by Li Fu

Open Call for participants for the “Misplaced Women?” performance workshop in the public space with Tanja Ostojić, in Innsbruck, May 11-13 2018, with a presentation in Die Bäckerei

Offene Ausschreibung zur Teilnahme an der “Misplaced Women?” Performance-Kunst-Werkstatt im öffentlichen Raum mit Tanja Ostojić vom 11–13 Mai 2018 in Innsbruck mit einer Aufführung in Die Bäckerei

______________________

Misplaced Women? @ Art-In-Public-Space Tyrol, Innsbruck

In Innsbruck, Performances, Workshops on May 17, 2018 at 9:00 am

In the frame of the “Misplaced Women?” performance art workshop by Tanja Ostojic, realised in the frame of the Art in Public Space Tyrol, in Innsbruck, Austria (May 2018), two workshop participants have been chosen on the base of open call. And the following six performances by Tanja Ostojic, Li Fu and Pippa Chase have been developed and performed in the carefully chosen variety of public spaces, in front of, and in interactions with diverse and numerous audiences:

 

On Friday, May 11, 2018:

Performance 1_11.5.2018 WEB-33

“Misplaced Women? and The Tourist Suitcase”, 30 min performance by Tanja Ostojic at Haupt Bahnhof/ main train station, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

“Misplaced Women? and The Tourist Suitcase”, 30 min performance by Tanja Ostojic, on Friday, May 11, 2018, from 14:30-15:00h, at Haupt Bahnhof, Innsbruck.

 

 

Performance 2_11.5.2018 WEB-28

“CODE: Ich habe ja nichts zu verbergen!” 35 min performance by Li Fu, at Landhausplatz, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

“CODE: Ich habe ja nichts zu verbergen!”, 35 min performance by Li Fu, on Friday, May 11, 2018, from 15:25-16:00h, at Landhausplatz, Innsbruck.

 

 

Performance 3_11.5.2018 WEB-33

“Eve is a Bridge”, 20 min performance by Pippa Chase, at Innbrücke, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

“Eve is a Bridge”, 20 min performance by Pippa Chase, on Friday, May 11, 2018, from 16:20-16:40h at Innbrücke, Innsbruck.

 

 

On Saturday, May 12, 2018:

Performance 4_12.5.2018 WEB-18

“Misplaced Women? and The Tourist Suitcase”, 60 min Performance by Tanja Ostojic, at the Goldenes Dahl, Altstadt, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

Performance 4_12.5.2018 WEB-50

“Misplaced Women? and The Tourist Suitcase”, 60 min Performance by Tanja Ostojic, at the Goldenes Dahl, Altstadt, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

“Misplaced Women? and the Tourist Suitcase”, a 60 min Performance by Tanja Ostojic, on Saturday, May 12, 2018, from 9:50-10:50h, at the Goldenes Dahl, Altstadt, Innsbruck.

 

 

Performance 5_12.5.2018 WEB-28

“Doing Gender 8102.05.3*” , a 60 min performance by Li Fu, in front of the University, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

“Doing Gender 8102.05.3*” , 60 min performance by Li Fu, on Saturday, May 12, 2018, from 12:25-13:25h, in front of the University, Innsbruck. Realised with performance assistance by Pippa Chase.

 

Performance 6_12.5.2018 WEB-33

“Der Roter Faden”, 42 min performance by Pippa Chase, in Hofgarten, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

“Der Roter Faden”, 42 min performance by Pippa Chase, on Saturday, May 12, 2018, from 15:00-15:42h, in Hofgarten, Innsbruck, with performance assistance by Li Fu.

_______________________________

On Sunday, May 13, the public presentation and discussion about the Misplaced Women? workshop and the six performances we’ve realised in Innsbruck took place in the Die Bäckerei – Kulturbackstube. 

2018-05-13

Misplaced Women? public discussion in Die Bäckerei, Innsbruck, May 13,2018 Photo: Ingeborg Erhart

_______________________________

Development and production: Tanja Ostojic, “Mispleced Women?” (2009-2018)

Produced with the support of: Kunst im öffentlichen Raum Tirol /  Art in Public Space Tyrol, Austria.

KoR_Tirol_Logo

Landeslogo_RGB

Photos: Daniel Jarosch

For more information please see the event’s publicity and press coverage:

The Misplaced Women? Project Blog: 

Category: Innsbruck

Kunst im öffentlichen Raum Tirol / Art in Public Space Tyrol:

Die Bäckerei (online and printed program):

Tiroler Tageszeitung 12.5.2018.

SeeCult cultural portal 13.5.2018:

Radio Beograd 2, 17.5.2018 (12-13h):

 

Offene Ausschreibung zur Teilnahme an der “Misplaced Women?” Performance-Kunst-Werkstatt im öffentlichen Raum mit Tanja Ostojić vom 11–13 Mai 2018 in Innsbruck mit einer Aufführung in Die Bäckerei

In Innsbruck, News, Workshops on February 19, 2018 at 4:57 pm

Dies ist eine offene Ausschreibung zur Teilnahme am dreitägigen Misplaced Women? Performance-Kunst-Workshop im öffentlichen Raum mit Tanja Ostojić, welche vom 11.–13. Mai 2018 mit einer öffentlichen Aufführung in Die Bäckerei, Kulturbackstube, in Innsbruck, Österreich stattfindet.

Teilnehmer_innen jeglichen Alters, Hintergrunds, Geschlechts und Erfahrungsniveaus, die sich für die gesamte Dauer der Werkstatt zur Teilnahme verpflichten können, sind herzlich willkommen. Wir ermutigen besonders Bewerber_innen, die sich für das Themenfeld Migration, für Performance-Kunst, für die Belange jener, die sich als Frauen identifizieren und die sich für die Repräsentation von Geschlecht und Kunst im öffentlichen Raum interessieren. Die Bewerber_innen sind dazu eingeladen und ermutigt, Erfahrungen zu teilen und auszutauschen, welche die Themen Migration, Vertreibung, Gefährdung und Privileg betreffen sowie dazu, einige der Misplaced Women? Performances-Scores aufzuführen. Der Workshop ist kostenfrei. Warme Getränke und Snacks sowie eine professionelle fotografische Dokumentation der Teilnehmer_innen werden bereitgestellt. Aufgrund der begrenzten Zahl von Teilnehmer_innen bitten wir um eine Bewerbung.

Bewerbungsfrist: Montag, der 16. April 2018.

In Rahmen des Workshops werden wir die Möglichkeit haben, performative Interventionen in öffentlichen Räumen zu realisieren. Die Resultate des Workshops werden am dritten Tag in Die Bäckerei, Kulturbackstube, der Öffentlichkeit präsentiert und auf der Webseite des Misplaced Women? Projekts veröffentlicht.

Dieses Projekt, einschließlich der Werkstatt, der Gruppen- und individuellen Performances im öffentlichen Raum, wurde im Kontext der Förderaktion Kunst im öffentlichen Raum des Landes Tirol ausgewählt. Die Medien- und Pressearbeit erfolgt in Zusammenarbeit mit der Tiroler Künstler*schaft.

IMG_3652

Participants of the “Misplaced Women?” performance workshop by Tanja Ostojić, hosted by the Aberdeen Festival of Politics 2016 and the Torry Community Center. Photo: Amy Bryzgel

Bei Interesse können Sie im Folgenden noch weitere Details zum Workshop und zur Bewerbung finden.

ENGLISH VERSION 

Über das Projekt:

Misplaced Women? ist ein Kunstprojekt von Tanja Ostojić bestehend aus Performances, Performance-Serien, Werkstätten und delegierten Performances, das seit 2009 läuft und Beiträge internationaler Künstler_innen, Student_innen, und Menschen mit verschiedenen Hintergründen beinhaltet. Im Kontext des Projekts verkörpern und inszenieren wir einige der alltäglichen Aspekte, welche Formen der Vertreibung charakterisieren, die Durchreisenden, Migrant_innen, Kriegs- und Katastrophenflüchtlingen ebenso vertraut sind wie nomadischen Künstler_innen, die um die Welt reisen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Performances behandeln bleibende Themen von Migrations- und Machtbeziehungen, wie sie den mobilen, vor allem den weiblichen Körper betreffen, ein Aspekt, der bereits in diversen früheren Arbeiten von mir behandelt wurde.

Über die Workshop-Leiterin: 

Tanja Ostojić (*1972) ist eine renommierte interdisziplinäre Performance-Künstlerin, die in Jugoslawien geboren wurde und seit 2003 in Berlin lebt. Ihre Werke beschäftigen sich vor allem mit Feminismus und Migrationspolitik.  Sie bezieht sich selbst als Figur in ihre Performances ein und benutzt diverse Medien in ihren künstlerischen Recherchen, um soziale Konfigurationen und Machtverhältnisse zu untersuchen. Sie arbeitet vor allem aus der Perspektive einer Migrantin – innerhalb spezifischer sozialer Kontexte –, wobei die politische Positionierung sowie die Inklusion der Betrachter_innen die Ansätze ihrer Arbeit definieren. Seit 1994 hat sie ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen, Festivals und Veranstaltungen in der ganzen Welt präsentiert. Sie hat Vorträge, Vorlesungen und Seminare gegeben sowie Workshops bei akademischen Konferenzen und in Kunstuniversitäten in Europa und Amerika abgehalten.

Über den Workshop:

Das Misplaced Women? Projekt beinhaltet das Auspacken des eigenen Koffers, einer Plastiktüte, Handtasche oder Ähnlichem im öffentlichen Raum, eine Handlung, welche für die Erfahrung der Vertreibung steht, die den Alltag von Migrant_innen, Durchreisenden, Obdachlosen sowie Kriegs- und Katastrophenflüchtlingen bestimmt. Die Werkstatt zielt darauf, die Teilnehmer_innen mit diesen Themen vertraut zu machen und zu Diskussionen und Interventionen in den unterschiedlichen öffentlichen Räumen anzuregen.

Der erste Teil der Werkstatt besteht aus einem Zusammenkommen, bei dem sich die Teilnehmer_innen über ihre individuellen Erfahrungen und die Ziele des Projekts austauschen und informieren können.

Während des zweiten Teils werden die Teilnehmer_innen dazu ermutigt und dabei unterstützt, Live-Performances und Interventionen in den Straßen und Parks von Innsbruck zu veranstalten. Die öffentlichen Performances werden professionell fotografisch dokumentiert.

Die Resultate des Workshops  werden am dritten Tag in Die Bäckerei, Kulturbackstube in Innsbruck der Öffentlichkeit präsentiert. Alle Teilnehmer_innen sind dazu eingeladen, aktiv an dieser Präsentation und der im Anschluss daran stattfindenden Diskussion teilzunehmen.

Die Dokumentation sowie die gesammelten Notizen und Reflexionen vom Workshop werden editiert und auf der Webseite des Misplaced Women? Projekts veröffentlicht.

Termine des Workshops:  Freitag, Samstag und Sonntag, 11. – 13 Mai, 2918

Wer kann sich bewerben?

Teilnehmer_innen unterschiedlichen Hintergrunds und Geschlechts, die sich für die gesamte Dauer der Werkstatt zur Teilnahme verpflichten können, sind herzlich willkommen. Besondere Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich. Wir heißen alle Menschen mit „Behinderungen“ willkommen sowie all jene, die kein Englisch oder Deutsch sprechen. Wir bitten darum, besondere Anforderungen in der Bewerbung anzugeben.

Die Veranstaltung ist kostenfrei, doch aufgrund der begrenzten Platzzahl bitten wir die Interessent_innen um eine Bewerbung. Dazu schicken Sie bitte eine E-Mail an tanjaostojicart (AT) gmail.com mit dem Betreff: Misplaced Women? Innsbruck, und schreiben Sie einen kurzen Absatz über ihre Motivation und ihren biographischen Hintergrund.  Sie sind dazu eingeladen, ihre Kontaktinformationen hinzuzufügen oder einen Link zu ihrer persönlichen Webseite, sollten sie über eine solche verfügen.

Zusätzliche Links:

Misplaced Women? Projekt

Tanja Ostojić, Bücher

Die Bäckerei, Kulturbackstube, Dreiheiligenstraße 21a, Innsbruck, Österreich

Open Call for participants for the “Misplaced Women?” performance workshop in the public space with Tanja Ostojić, in Innsbruck, May 11-13 2018, with a presentation in Die Bäckerei

In Innsbruck, News, Workshops on February 19, 2018 at 4:31 pm

This is the Open Call for participants of the Misplaced Women? 3-day-long performance art workshop in the public space with Tanja Ostojić, May 11-13 2018, with a public presentation in Die Bäckerei, Kulturbackstube, Innsbruck, Austria

Participants of all backgrounds, ages, genders and levels of experience that can commit to participate for the entire duration of the workshop are welcome, but we particularly encourage those who are interested in issues of migration, performance art, conditions related to the ones identifying as women, representations of gender and art in the public realm. Participants are invited and encouraged to share and exchange about experiences and issues of migration, displacement, exposure and privilege and to enact some of the Misplaced Women? performance scores. The workshop is free of charge, warm drinks and snacks will be provided, professional photo documentation of participants work will be provided as well, and due to limited numbers of places we ask you kindly to apply.

The deadline for applications is Monday, April 16 2018.

Timetable:

Workshop: Friday May 11: 10am—5pm & Saturday May 12, 2018: 10am—6pm.
Public presentation: Sunday May 13: 11am—1pm.

During the workshop we will all have an opportunity to perform in the public spaces, and outcomes will be presented to the public at the third day of the workshop at the Die Bäckerei, Kulturbackstube and included on the Misplaced Women? project website.

This project, including the workshop and group and individual performances in the public spaces, have been chosen for realisation in the frame of the Kunst im öffentlichen Raum des Landes Tirol, supported by the region of Tyrol. The press and media communication are done in collaboration with the Tiroler Künstlerschaft.

 

IMG_6396

“Misplaced Women?” performance workshop by Tanja Ostojić at Info Park, Belgrade (2015). (Group intervention, including: Tanja Ostojić, Sunčica Šido, Nela Antonović) Photo: Lidija Antonović

Deutsche Übersetzung  

Please reed about the project and see more workshop and application relevant details below:

About the project:  

Misplaced Women? is an art project by Tanja Ostojić that consists of performances, performance series, workshops and delegated performances, ongoing since 2009, including contributions by international artists, students and people from divers backgrounds. Within this project we embody and enact some of everyday life’s activities that thematise displacement, as it is known to transients, migrants, war and disaster refugees and to the itinerant artists travelling the world to earn their living. Those performances deal with continuing themes of migration, and relations of power and vulnerability with regard to the mobile and in particular the female body, an aspect that figured prominently in numerous previous works of mine.

About the workshop leader: 

Tanja Ostojić (*1972) is a renowned Berlin based, Yugoslavian born performance and interdisciplinary artist whose artworks engage with feminism and migration politics. She includes herself as a character in performances and uses diverse media in her artistic researches, thereby examining social configurations and relations of power. She works predominantly from the migrant woman’s perspective, from within specific social contexts. The approaches of her work are defined by political positioning and the integration of recipients. Since 1994 she presented her work in numerous exhibitions, festivals and venues around the world. She has given talks, lectures, seminars and workshops at academic conferences and at art universities around Europe and in the Americas.

About the workshop:

The “Misplaced Women?” project involves the unpacking of a suitcase, a plastic bag, a handbag or a similar object in a public sphere, whereby these objects come to stand for a displacement, as theme that is common in everyday experiences of transients, migrants, homeless, war and disaster refugees. The workshop aims to familiarise the participants with the topics and to stimulate discussion and interventions in the variety of public spaces.

The first part of the workshop includes getting together, informing and communicating, whereby the participants shall exchange with each other about individual experiences and the aims of the project.

During the second part, the participants are encouraged and supported to enact live performances and interventions in the streets and parks of Innsbruck. Public performances will be documented by a professional photographer.

The outcomes of the workshop will be presented to the public at the third day in Die Bäckerei, Kulturbackstube in Innsbruck. All participants of the workshop are invited to take active part in this presentation and the following discussion.

The documentation, notes and reflections from the workshop will be gathered, edited and published on the Misplaced Women? project website. 

 

Dates of the workshop:

Friday, Saturday and Sunday May 11-13, 2018.

The deadline for applications is Monday, March 19 2018.

Who can apply: 

Students and participants of all backgrounds and genders that can commit to participate for the entire duration of the workshop are welcome. No particular language skills are required. We welcome people with any kind of “disabilities” and the ones who do not speak English or Deutsch. Please specify any special requirements in your application.

The event is free of charge, but due to limited numbers we ask interested people to apply. Please send an email to tanjaostojicart (AT) gmail.com with the subject Misplaced Women?  Innsbruck and write one short motivational and biographical paragraph. You are welcome to add a link to your personal home page if you have one and your contact information.

Additional links:

Misplaced Women? project

Tanja Ostojić, books

Die Bäckerei, Kulturbackstube, Dreiheiligenstraße 21a, Innsbruck, Austria

misplaced_women_drawings2

Drawing by David Caines of the performance by Dagmara Bilon in the frame of the “Misplaced Women?” performance workshop by Tanja Ostojic in LADA, London (2016)

%d bloggers like this: