MisplacedWomen?

Posts Tagged ‘Art in Public Space’

Code Contribution by Li Fu

In Innsbruck, Performances, Workshops on March 4, 2019 at 1:18 pm

‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’

35 min. Performance von Li Fu

Das Befreiungsdenkmal am Eduard-Wallnöfer-Platz (vormals Landhausplatz), Innsbruck, Mai 2018

Das Befreiungsdenkmal(*1), auf welchem Widerstandskämpfende namentlich genannt werden, die einen Einsatz gegen den Nationalsozialismus geleistet haben, ist ein wichtiger Ort in Innsbruck. Mit dem Wissen um die historischen Ereignisse dieser Zeit, erhält eine Aussage – ‘Ich habe ja nichts zu verbergen!’- eine weitere Dimension. 

Beschreibung:

Eine Person mit einem Rucksack positionierte sich auf einer Seite des vor ihr liegenden Brunnens. Das Ziel des ‘Transparent-Werdens’, welches den Beweis liefern sollte, dass sie wirklich nichts zu verbergen hat, lag nun auf der anderen Seite. Um das Ziel zu erreichen, musste sie daher den Brunnen überqueren. Dabei führte sie genau eine Linie zu dem Punkt, also zu der Position im Raum, an der das Private nun Öffentlich, also Transparent werden sollte. Sie folgte der vorgegebenen Linien, aber damit sie nicht zu nass wurde, mussten vorab Vorkehrungen getroffen werden. Daher gab es eine Schutzvorrichtung für den Rucksack in Form eines spezifischen Regenschutzes und eine Schutzvorrichtung für den Körper in Form eines Regenschirms. Der Rucksack war vollkommen umhüllt und wurde nicht nass. Der Körper versuchte sich mit dem Regenschirm vor dem sich bewegenden Bewässerungssystem zu schützen. Das Bewässerungssystem folgte bestimmten Mustern, die vorab von der Person, die  den Brunnen überquerte, beobachtet wurden. Sie wartete den Zeitpunkt ab, wo die Wahrscheinlichkeit am geringsten war, dass sie mehr als notwendig nass wurde. Das Nass werden, konnte nicht vollkommen vermieden, sondern lediglich begrenzt werden. 

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Am Ziel angelangt entnahm sie aus der am leichtesten zugänglichen Abteilung (der ersten Schicht) des Rucksacks, also aus dem vordersten Fach ohne Reißverschluss, das Codierungsinstrument ‘Kreide’. Damit wurde der ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’ auf den Stufen geschrieben. 

In einem gemäßigt kontrollierten Tempo wurden alle Gegenstände nacheinander dem Rucksack entnommen und erste Kategorien geschaffen. 

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Alle Objekte wurden dem Rucksack entnommen.

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Anhand des Codierungsinstruments ‘Kreide’ wurde den Gegenständen ein bestimmter Platz im System gegeben, indem sie mit der Kreide eingerahmt (Frame) wurden.

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Das nicht vorhersehbare Element ‘Wind’, hatte einige Objekte zwar aus den ihnen zugeordneten Platz im System entfernt, aber sie wurden dennoch nicht vollkommen aus dem System gelöscht, da die Spuren durch die vorhergehende Umrahmungen (Frames) anhand des Codierungsinstruments ‘Kreide’ sichtbar blieben. 

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić


Nachdem alle Elemente ihr ‘framing’ hatten und auch ein ‘re-framing’ der vom Wind neu positionierten Gegenstände stattgefunden hat, wurden die Kategorien im System, je nach Zugehörigkeit, zu einer übergeordneten Kategorie zusammengefasst. Die Wechselwirkung wurde anhand von Pfeilen markiert.

In einem ersten Schritt wurden einige Kategorien benannt (allerdings blieb die Benennung in Kategorien unfertig).

Kategorie 1.0 Schutz des Körpers – direkt am Körper anliegend (Schutzkörper) – Jacke, Schal, Binden, Tampons

1.1. Schutz des Körpers – indirekt am Körper – Regenschirm

Kategorie 2.0 Nahrung – Studentenfutter, Pfirsich, magnesiumhaltiges Wasser, Kaffee

2.1. Leere Studentenfutter Packung

Kategorie 3.0 Pflege und Optimierung des Körpers – Handcreme, Make-Up, Lippenbalsam, Lippenstift, Lipgloss, Make-Up Spitzer (unbenutzt; Fabrikneu)

Kategorie 4.0 Schreibutensilien – Stifte, Kreide

hier endete die Kategorisierung und die Interaktion mit den Jugendlichen (jungen Erwachsenen) begann. 

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Die Jugendlichen/jungen Erwachsenen wurden gefragt, was sie glauben würden, was das für eine Person sei, wenn sie die Gegenstände betrachten. Was sie über die Person denken würden, wenn sie die Gegenstände beispielsweise auf einem Facebook-Profil sehen würden. 

Die Jugendlichen (jungen Erwachsenen) bildeten verschiedene Kategorien: 

Mädchen- Grund: Tampons

Lehrerin – Grund : Kreide

Schülerin/Studentin – Grund: Lernunterlagen, Stifte

Eine sich gesund ernährende Person, aber auch ungesund – Grund: Obst, Studentenfutter, aber auch Filter für Zigaretten

Unzuordenbar war ein einzelner unbenutzter Drumstick, also „keine Schlagzeugerin, weil da müsstest du zwei haben“

Dann wurde über Data-Mining gesprochen und wie das damit zusammenhängt, dass ich ja nichts zu verbergen hätte, ob das so stimmt. Wie viel auf Facebook oder in den sozialen Medien über die eigene Person preisgegeben wird (im ‘virtuellem’ Raum) und wie das im ‘analogem’ Raum aussieht. 

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Auch der Körper wurde vermessen. Daraufhin wurden alle Gegenstände entfernt, doch die Spuren bleiben im System. 

Li Fu: ‘Code: Ich habe ja nichts zu verbergen!’, Befreiungsdenkmal, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojić

Konzeptionelle Einbettung:

Da für die Vorbereitung nur einige Stunden zur Verfügung standen, blieb die theoretische Umrahmung fragmentarisch und wird im Folgenden auch so dargestellt. 

Das Ziel des ‘Transparent-Werdens’, welches den Beweis liefern sollte, dass sie wirklich nichts zu verbergen hat, lag auf der anderen Seite der Linie. 

Die Linie wirkt hier wie ein Seil. „Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch – ein Seil über – einem Abrunde.“(*2) Hierin wollte eine Assoziation zum Transhumanismus(*3) geschaffen werden, wo der Mensch sich letztlich auch selbst überwinden soll. Das Bewässerungssystem folgt dabei einem vorab festgelegten Weg und der Mensch wird von diesem von Außen erfasst. Dabei gibt es relativ wenig Vorrichtungen, womit sich der Mensch hätte schützen können, nachdem der Weg eingeschlagen wurde. Die Vermessbarkeit begann bereits beim Betreten des ‘Seiles’ zuerst von außen und dann von ‘innen’. Der Mensch entscheidet den Pfad zu beschreiten und wird angehalten aus freien Stücken, aber durch einen gesetzten Rahmen, das vorgefertigte System zu durchqueren, um sich dann selbst der Transparenz zu verpflichten (Selbstführung), da er ja nichts zu verbergen hat. Am festgelegten Platz angekommen, erlangt der Mensch Entfaltungsmöglichkeiten und kann (soll) das innere preisgeben. Er bedient sich einer ‘Software’, der unter anderem ein ‘Betriebssystem’ zugrunde liegt, die für ihn leicht zugänglich, kostengünstig und effizient zur Verfügung steht (Codierungsinstrument Kreide). Anhand dessen werden dann Daten generiert. Objekt um Objekt werden nun Inhalte dargelegt, die einen Referenzrahmen schaffen, anhand dessen das Subjekt nun kategorisiert werden kann. In einem ersten Schritt positioniert es sich selbst, da die Anordnung der Objekte Rückschlüsse auf die Person zulassen, befindet sich aber gleichzeitig immer schon in Wechselwirkung mit anderen Subjekten, die das Geschehen beobachten. Das Codierungsinstrument ordnet den Gegenständen feste Kategorien und Orte zu, die sich auch verschieben können, wenn unvorhergesehene Einflüsse von Außen darauf einwirken. Anhand der verschiedenen Beziehungen und durch immer mehr Objekte (Daten) kann ein zunehmend genaueres Bild über die Person, Interessen, zugeschriebenes Geschlecht, Zugehörigkeiten zu unterschiedlichen sozialen Kreisen usw. generiert werden. Das ‘private’ (der Inhalt des Rucksacks) wird nun öffentlich zugänglich und zur Diskussion gestellt. Bewusst tritt das Subjekt nun in Austausch mit den Umliegenden und fordert dazu auf es zu kommentieren, wenngleich es auch, sobald es von anderen gesehen wird, von anderen ohne ihr Zutun kommentiert wird. 

Dies war ein Versuch auf analogem Weg Prozesse der Datengenerierung und gegenwärtige Entwicklungstendenzen im Bereich der zunehmenden Digitalisierung aufzuzeigen wie auch, dass einmal gezeichnete Spuren im System in diesem verbleiben, selbst wenn sie verblassen können und erst durch einwirken von außen (Regen, Wasser) entfernt werden können. Jedoch gilt auch hier, dass ein bewusster Akt des Löschens nötig ist, damit die Spuren verschwinden und auch dafür gibt es keine letztliche Garantie. 

Text: Li Fu

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Zur Person: Einfälle einer* Dilettant*in(*4)

Li Fu interessiert sich für das Politische im Alltäglichen und gesellschaftliche Entwicklungstendenzen der Gegenwart. Besonders die Konstruktion des Alltags und die Betrachtung der Bausteine, anhand welchen Wirklichkeiten konstruiert werden, liegen hierbei im Fokus. In D.I.Y. -Manier wird anhand unterschiedlicher Performances der Versuch unternommen theoretische Konzepte in den Alltag zu überführen. 

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Fußnoten:

1.  Schreiber / _erinnern.at_ (o.J.)

2. Nietzsche 1974, S.8. Siehe dazu auch S. 12 – 16 

3. Siehe dazu auch Moravec 1988

4. Siehe dazu Weber 2011

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Literaturverzeichnis:

Moravec, Hans (1988): Mind children: the future of robot and human intelligence. Harvard Univ. Press: Cambridge, Mass. [et al]

Nietzsche, Friedrich (1974) Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen. Reclam Verlag: Stuttgart

Schreiber, Horst/ _erinnern.at_ (o.J.): Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart. Die Intervention am Befreiungsdenkmal 2016.

Weber, Max (2011): Wissenschaft als Beruf. Duncker &  Humblot: Berlin. 

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Edited and first published by Tanja Ostojić on the “Misplaced Women?” Blog 2018/19

This Performance has been released in the frame of: “Misplaced Women?” Workshop by Tanja Ostojić, May 2018, Art in Public Space Tyrol /Kunst in Öffentlichen Raum Tirol, Austria.

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Please visit as well the other contributions and posts from the same workshops:

Review by Tanja Ostojic: Misplaced Women? @ Art-In-Public-Space Tyrol, Innsbruck

Doing Gender Contribution by Li Fu

Open Call for participants for the “Misplaced Women?” performance workshop in the public space with Tanja Ostojić, in Innsbruck, May 11-13 2018, with a presentation in Die Bäckerei

Offene Ausschreibung zur Teilnahme an der “Misplaced Women?” Performance-Kunst-Werkstatt im öffentlichen Raum mit Tanja Ostojić vom 11–13 Mai 2018 in Innsbruck mit einer Aufführung in Die Bäckerei



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Misplaced Women? Contribution by LADY GABY in Berlin-Weißensee

In Berlin, Stories, Workshops on December 27, 2018 at 11:31 pm

In the frame of Tanja Ostojić´s Misplaced Women? workshop, January 22–24, 2018, hosted by Kunsthalle am Hamburger Platz and Kunsthochschule Berlin Weißensee, the following performance interventions have been developed and performed for the first time:

On Janaury 23.2018 in and around the neighbourhood of Kunsthalle am Hamburger Platz, Berlin-Weißensee:

LADY GABY, Mad Kate and Tatiana Bogacheva

Mapping around Kunsthalle am Hamburger Platz

Were feeling placed within misplacement, creating a range of public space performance interventions:

We went around for 2 hours looking for places and things we felt comfortable with and a longing for, marking them with pink wool and intervening as displaced female characters: statue of liberty, maid, queen and the migrant. Site specific sounds and recorded conversations have been added too as well as a whole array of misplaced found objects.

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Misplaced Women?

Written Contribution by Gaby Bila-Günther aka LADY GABY

My whole life I have felt misplaced and displaced, as I migrated from one continent to another to find a new home and a new nationality. As a child, I grew up in Transylvania, in Romania during the communist regime. As my father defected to Australia in 1980, my mother and I followed him two years later. Thats when my history of misplacement began, first with my fathers defection, as I felt I didn’t belong in that society any longer. My mother who was born in Greece due to the civil war there in the 1950’s was forced as a child to live as a refugee in Romania, being a noncitizen, and I felt like one too, after my father defected and we prepared to follow him. I was kicked out of the pioneers organisation and our phones and home were under surveillance.

Marked Bench
“Misplaced Women?” interventions by LADY GABY, Mad Kate and Tatiana Bogacheva, Berlin Weißensee, 23.1.2018.

As a young teenager in Australia, in the 80s, I felt more misplaced than ever, as most of the people there had no idea where or what Romania was. I felt like I didn’t belong there neither as nobody could find my country of origin on the map. I felt insignificant, invisible, most of my time as a teenager; however I wanted to belong and be noticed.

When I came to Berlin, in 1989 at the time of the Wall falling down, my displacement manifested itself in the fact that I was illegal for three years and couldn’t speak the language either, however as an artist I began to find my feet and work with the theme of misplacement and identity. Berlin, the city where I found MY feet, MY words and made up MY mind about the world around ME.

Since 1994, my work has been about misplacement, identity, gender relations, social decline and domestic mapping. I often perform in spaces where as an artist or as a woman I am not supposed to be: men’s toilets, elevators, laundrettes, public spaces, public transport, etc. Through my performances in those spaces, I belong, I show that I exist and I demand attention and recognition.. I HAVE A VOICE!

During the Misplaced Women? interventions in the frame of the Berlin workshop lead by Tanja Ostojić, I chose to walk around the area of Weißenssee, as I felt misplaced inside the village-like atmosphere of that neighbourhood. However the streets, the houses and that environment gave me a familiar sense, as it reminded me of communist Romania where I GREW UP and reminiscent of the old post Wall East Berlin. So I looked for places I felt were displaced and marked them with a strand of pink wool, and did a whole range of public interventions at those places. Old communist statues, old bike wheels, an old fountain in the middle of a busy round-about, gallery and on a boat sculpture outside the Brotfabrik. During our walk some of us from the workshop including Mad Kate, Sajan Mani and Tatiana Bogacheva recorded sounds that we detected as misplaced on the streets of the neighbourhood such as construction sites on a quiet small street. The whole time I carried a suitcase with me containing misplaced objects for no reason inside, which I opened and displayed during the interventions. I transformed into several misplaced FEMAIL and FEMINIST characters besides myself: The ARTIST, The CLEANING MAID and The STATUE OF LIBERTY, all identities I can relate to as a woman, illegal worker, migrant and a refugee.

“Misplaced Women?” interventions by LADY GABY, Berlin Weißensee, 23.1.2018. Photo: Sajan Mani
with sajan, liberty
“Misplaced Women?” interventions by LADY GABY, Berlin Weißensee, 23.1.2018.

Through those actions of marking misplaced objects, recording of the misplaced sounds, and doing public interventions around sculptures and objects that reminded me of home, gave me a sense of belonging, comfort and familiarity, reminiscing the times and moments in my life when I felt secure and grounded. The places reminded me of my family migration that was carried out along side with the lack of identity and legality of living in a strange land, as well as my transformation from a young woman into a confident present artist.

Participation in the Misplaced Women? workshop really helped me strengthened my public intervention performances and try out new ways of domestic mapping. The interactions with the other participating performers and artists helped me indeed to achieve this as well and push new boundaries regarding performing in public. The walks in the neighbourhood of Berlin-Weißenssee, opened my eyes and inspired new ideas and concepts for the projects. New collaborations where born, for instance I performed with mirrors on the Berlin trains together with 5 other women artists from the project. That intervention, holding mirrors, empowered me and my presence. 

Text written by Gaby Bila-Günther

Edited and first published by Tanja Ostojić, 2018 on the Misplaced Women? project blog

Photos of the public interventions and marking of the misplaced objects by Sajan Mani, Mad Kate and Tatiana Bogacheva

This series of interventions by Lady Gaby have been developed and realised in the frame of “Misplaced Women?” workshop by Tanja Ostojić hosted by Kunsthalle Berlin Weißenssee, January 2018.

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About the author:

Gaby Bila-Günther aka LADY GABY, originally from Romania, arrived to Berlin via Melbourne where she would regularly perform in public. She published her spoken-word, poetry, short stories and nonfiction articles online, on CD compilations, in journals, magazines and literature anthologies internationally.

She has performed, curated and showed text based, collages and video works internationally. In 2000 in Melbourne, Australia, she launched her self-published book Validate & Travel on a ‘moving tram’ and in 2002 her own spoken word filled with ambient techno beats debut CD, Off the Main, with music producer ZOG. In 2003 in Berlin together with fellow writer Jessica Falzoi she formed the Poets’ Party while in Melbourne she was part of Urban ART and Flush artist groups. In Melbourne together with her partner Teo Gunther they ran the performance and live music warehouse space, CBI PRODS, where underground techno parties, CD launches and various performance art events took place from 1995 till 2002.

For more information please visit:

Spoken word and sounds by various musicians

Spoken word and performance show

Word Bank Radioshow

Spoken word and beats with guest musicians

Lady Gaby’s artist run space

with statue1
“Misplaced Women?” interventions by LADY GABY, Berlin Weißensee, 23.1.2018.
marked lady

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Please visit as well other contributions and posts from the same workshops:

Mapping around Kunsthalle am Hamburger Platz

Contribution by Rhea Ramjohn

Contribution by Mad Kate

Contribution by Hoang Tran Hieu Hanh

Contribution by Jiachen Xu and Evdoxia Stafylaraki

Contribution by Ola Kozioł

Contribution by Татьяна Bogacheva

Contribution by Katja Vaghi

Contribution by Nati Canto

Public Presentation of the Misplaced Women? Workshop in Berlin, January 24, 2018

“MISPLACED WOMEN?” Participatory Art Project Archives, ongoing since 2009 @Art-Lab Berlin

In Berlin, News on September 13, 2018 at 1:28 pm

Tanja Ostojić is exhibiting photos, stories, videos, drawings, signs and performance scores from the “MISPLACED WOMEN?” participatory art project archives (ongoing since 2009) in the form of multimedia installation in the frame of Beautiful Trouble: Rethinking Art-ivism, Arrival City exhibition at the Art-Lab Berlin. Within this project Ostojić and project contributors of diverse backgrounds embody and enacts some of everyday life’s activities that thematise displacement, as it is known to transients, migrants, war and disaster refugees and to the itinerant artists travelling the world to earn their living.

Exhibition opening: 

Friday, September 14, at 7 pm.

Exhibition duration: 

September 14-30, 2018.

Art-Lab Berlin

Perleberger Straße 60 

10559 Berlin-Moabit

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Tanja Ostojić: “MISPLACED WOMEN?” participatory art project archives (ongoing since 2009) installation view at Art Lab Berlin, September 2018. Photo: Tanja Ostojić

“MISPLACED WOMEN?” , Performance series ongoing since 2009 / Project’s Archive, mixed media installation includes:

2 Works on textile:

1) Tanja Ostojić / Marta Nitecka Barche: “Misplaced Women?” Banner 49,5 X 181,5 cm, 2016, Canvas, marker, embroidery.

2) Monika Janulevičiūtė: “Misplaced Women?” self made sign on textile 49,5 X 90 cm, used at the Vilnius International Airport, Lithuania, November 2016.

 

25 Photographs from the following performances:

3) Performance by Hyla Willis. Central train station Zagreb, Croatia, June, 25, 2009, during the PSi conference Zagreb. Photo: subRosa.

4) Delegated performance by Valentina Medda, during Performa festival. White Box, New York City. November 21, 2009, 5 pm, New York time.

5) Performance by Tanja Ostojić, November 21, 2009, 11 pm Berlin time (5pm New York time, simultaneously with Valentina Medda), at the Tegel airport Berlin, Germany. Photos: DNK.

6) “Misplace Women?” sign held by Wai Wai at the arrival section, Zürich International Airport, Switzerland, October 25, 2012. Photo: Tanja Ostojić.

7) ”Misplace Women?” sign held by Amy Bryzgel, on Aberdeen International Airport, Scotland, March 31, 2015. Photo: Tanja Ostojić.

8) “Misplaced Women? Marking the City.” Performance by Kwestan Jamal Bawan at Western Union, Bergen, Norway, November 2, 2011 at 12:55.pm. Organised by Stiftelsen 3,14. Photo: Mariel Lødum.

9) Performance by Tanja Ostojić on the Bergen International Airport. November 8, 2011. Production: Stiftelsen 3,14, Bergen, Norway. Photos: Jannicke Olsen.

10) Performance by Sigrid Pawelke, (during the “Missplaced Women?” workshop conducted by Tanja Ostojić). Shopping district, Aix-en-Provence, France, December 16, 2015. Photos: Tanja Ostojić.

11) Performance by Anaïs Clercx, at Préfecture d’Aix-en-Provence / Police headquarters, City of Aix-en-Provence, France, during the “Missplaced Women?” workshop with Tanja Ostojić. December 16, 2015. Photo: Tanja Ostojić.

12) Performance by Ashley McNaughton on Torry bridge, Aberdeen, Scotland, UK, during the “Misplaced Woman?” workshop with Tanja Ostojić in Torry neighbourhood, organised as a part of the Aberdeen Festival of Politics 2016. March 10, 2016. Photo: Renée Slater.

13) Performances by Kirsty Russell and Marta Nitecka Barche in front of the public library in Torry, as a part of “Misplaced Woman?” workshop with Tanja Ostojić during the Aberdeen Festival of Politics 2016. March 10, 2016. Other participants: Amy Bryzgel, Caroline Gausden, Sarah Jackson, Karolina Kubik, Angela Margaret Main, Ashley McNaughton, Marta Nitecka Barche, Tanja Ostojić, Kirsty Russell, Francesco Sani, Renée Slater, Gabriel Tracy, Rowan Young and many other amassing people. Photo: Renée Slater.

14) Performance by Tanja Ostojić on the La Grand Escalier de la Gare du Saint Charles / railway station, Marseille, France 2013. Participants: Helen Averley, Alix Denambride, Robyn Hambrook, Tanja Ostojić, Kim Mc Cafferty, Jane Kay Park, Emma Edvige Ungaro and Patricia Verity. Production: Préavis de Désordre Urbain and Red Plexus, Marselle. Photos: Anne Carles.

15) Performance by Tanja Ostojić, Göteborg city centre tram station, Sweden, September 4, 2015. Production: Live Action 10, Photo: Xiao Lu.

16) Marija Jevtić, Tanja Ostojić, Suncica Šido and Nela Antonović performing “Misplaced Women?” inside the Info Park, Central Bus station Belgrade, Serbia, as one of the group performances in public spaces in Belgrade, conducted on October 29, 2015, during “Misplaced Woman?” workshop with Tanja Ostojić, thematising solidarity with the refuges on the Balkan route. Organised as a part of the From Diaspora to Diversity, Remont, Belgrade, Serbia. Participants: Nela Antonović, Gorana Bačevac, Tatjana Beljinac, Tamara Bijelić, Jelena Dinić, Irena Đukanović, Milica Janković, Marija Jevtić, Nadežda Kirćanski, Irena Mirković, Bojana Radenović, Sanja Solunac, Sunčica Šido. Photo: Lidija Antonović.

17) Performance by Tanja Ostojić on the Central bus station in Varaždin, Croatia, Jun 11, 2016. Production: Dani performansa, Varaždin, Croatia. Photo: Vedran Hunjek.

18) Perfromance by Rhea Ramjohn: “Which colonial comfort would you like to consume today?”, Misplaced Women? workshop, Tempelhoferfeld, Berlin, January 2018. Photo: Tanja Ostojić.

19) Performance by Tanja Ostojić: “Misplaced Women? and The Tourist Suitcase”, May 11, 2018, 30 min performance at Haupt Bahnhof/ main train station, Innsbruck. Art in Public Space Tyrol, Photo: Daniel Jarosch.

20) Perfromance by Tanja Ostojić: “Misplaced Women? and The Tourist Suitcase”, May 12, 2018, 60 min Performance by Tanja Ostojić at the Goldenes Dahl, Altstadt, Innsbruck. Art in Public Space Tyrol, Photo: Daniel Jarosch.

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Tanja Ostojić: “MISPLACED WOMEN?” Participatory Artproject Archives (ongoing since 2009), installation view @ Art Lab Berlin, Sept. 2018. Photo: Tanja Ostojić

2 Performance Scores

21) Score #1: unpacking a bag of your own (by Tanja Ostojić), and

Score #2: Holding the Misplaced Women? Sign (by Tanja Ostojić)

4 Drawings:

22) Drawing by David Caines of the performance by Teresa Albor in Westfield Shopping Mall, in the frame of the “Misplaced Women?” performance art workshop by Tanja Ostojić in LADA, London, December 2016.

23) Drawing by David Caines of the performance by Dagmara Bilon, in Olympic Park, in the frame of the “Misplaced Women?” performance workshop by Tanja Ostojić in LADA, London, December 2016.

24) Drawing by David Caines of the performance by Sophie Cero in the frame of Tanja Ostojić’s “Misplaced Women?” performance workshop in LADA, London, December 2016.

25) Drawing by Tanja Ostojić on a prize tag used in the “Misplaced Women? and The Tourist Suitcase”, Performances Innsbruck, May 2018. Art in Public Space Tyrol.

 

10 Written Stories by:

26) Jasmina Tešanović, women without homeland, who lives and works on-line.

27) Mmakgosi Kgabi, Gaborone, Botswana

28) Tanja Ostojić, Berlin, Germany: Bergen Airport Story

29) Sigrid Pawelke’s Statment, Aix-en-Provence, France

30) Anaïs Clercx, Marseille, France

31) Marta Nitecka Barche, Aberdeen, Scotland: Marta’s Story on Trauma of imprisonment in the USA.

32) Helen Averley, Belfast, Northern Ireland

33) Bojana Videkanić, Toronto Canada: Holding the “Misplaced Women?” sign on the Toronto Airport and diving into her profoundly touching memories about her initiation into the life of a refugee escaping Sarajevo siege in 1992

34) Rhea Ramjohn; Berlin: Which colonial comfort would you like to consume today?

35) Elena Marchevska, holding the “Misplaced Women?” Sign at Heathrow Airport London, December 12, 2016.

 

3 Videos:

36) “Misplaced Women?” Performance by Tanja Ostojić, 1-channel digital video, 28:16min, 2016. Video recording of the performance in Goteborg International Airport, Sweden. September 2, 2015. Live Action 10

37) Misplaced Women? performed by Tanja Ostojić, dedicated to the Missing and Murdered Indigenous Women in Canada. October 16, 2016, in front of the Art Gallery of Ontario, 7a*11d, Toronto, Canada. Video clip.

38) Documentary video about the “Misplaced Women?” performance workshop by Tanja Ostojić in London. 3:50 min long by Dr Elena Marchevska, produced by Live Art Development Agency, London, 2017. People talking in order of appearance: Tanja Ostojić, Nicholas Harris, Teresa Albor, Dagmara Bilon, Camila Canocchi, and voice over: Elena Marchevska.

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Tanja Ostojić: “Misplaced Women? and The Tourist Suitcase”, 2018, 30 min performance at Haupt Bahnhof/ main train station, Innsbruck. Art in Public Space Tyrol. Photo: Daniel Jarosch

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I am pleased that our installation has been set up so well and I am grateful to all the project participants for all their generous contributions to the project!!! 

For any necessary corrections, please write to me in person. I would be very grateful and pleased to correct and improve each information and credits further.– Tanja Ostojić

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Artists included: 

Tanja Ostojić

Mohammed Badarne

Göksu Kunak

Rabih Mroué

About the exhibition:

The protest movements of over the last ten years have brought the importance of the body as a means of political articulation back into our attention. Thereby, the vulnerability and fragility of the protesting bodies have often become disturbingly clear. The exhibition presents works by artists who reflect on the significance of physical presence of the body in public space, on the possibilities (and limitations) of art as a space to negotiate the social and the political and the role of activism and protest in the contemporary world with its neo-liberal understanding of globalisation. It offers a new perspective on the articulation of the political in contemporary art and reflects on the possibilities of art to express dissenting voices. 

The exhibition Beautiful Trouble. Rethinking Art-ivism is organised in the frame of the Arrival City project, which seeks to investigate questions pertaining to artistic relocation and offer a forum for international and newly arrived artists in Berlin. The term “arrival city” was coined by the journalist and writer Doug Saunders in his book Arrival City (2011). Saunders described cities and areas which had been shaped by migration, processes of relocation and the stories of their inhabitants. Although he did not deny challenges, his conclusion was overall positive as he highlighted the vitality that the newcomers brought to their new homes. With this project we would like to take up this idea and reflect on the city as a form of “cultural laboratory” as a space of co-existence of people with diverse backgrounds and experiences. The project will take the form of four exhibitions and two panel discussions, organised throughout 2018.  Curated by Charlotte Bank and Salah Saouli

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Venue:

Art-Lab Berlin

Perleberger Straße 60 

10559 Berlin-Moabit

Exhibition duration:  September 14-30, 2018.

Exhibition opening hours: Friday—Sunday, from 4-7pm

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“Misplaced Women?” Project Blog

About the Project

 

 

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