MisplacedWomen?

Posts Tagged ‘Tirol’

Doing Gender Contribution by Li Fu

In Innsbruck, Performances, Stories, Workshops on February 18, 2019 at 10:44 am

Doing Gender 8102.50.3*

60 min Performance von Li Fu

Universität Innsbruck

Beschreibung und konzeptionelle Einbettung

„’Doing gender’ zielt darauf ab, Geschlecht bzw. Geschlechterzugehörigkeit nicht als Eigenschaft oder Merkmal von Individuen zu betrachten, sondern jene sozialen Prozesse in den Blick zu nehmen, in denen ‘Geschlecht’ als sozial folgenreiche Unterscheidung hervorgebracht und reproduziert wird.“(*1)

Der Körper wird exponiert und in verschiedenen Schritten wird versucht die Konstruktion von Geschlecht in einzelnen Bausteinen zu zerlegen wie auch wieder herzustellen und diese somit nachvollziehbar zu machen. Da die Herstellung von Geschlecht „eine gebündelte Vielfalt sozial gesteuerter Tätigkeiten auf der Ebene der Wahrnehmung, der Interaktion und der Alltagspolitik [umfasst], welche bestimmte Handlungen mit der Bedeutung versehen, Ausdruck weiblicher oder männlicher ‘Natur’ zu sein“ (*2), betritt die Person in einem ersten Schritt in einem Poncho den Raum. Der Schnitt des Ponchos hebt keine Körperpartien besonders hervor und versucht somit beim Gegenüber keine gezielte Konstruktion von Geschlecht zu generieren. Daher wird es möglich in einem inneren Prozess zu sehen, welche Kategorien von Geschlecht die Betrachter*innen der Performance dem Subjekt auf dem Laufsteg von vornherein zuschreiben. 

Der Campus Innrain bot sich als Ort des Oszillierens zwischen Theorie und Praxis besonders für das Aufzeigen des iterativen Prozesses der Konstruktion-Dekonstruktion-Rekonstruktion-Dekonstruktion an.

Der Raum wurde in zwei Ebenen eingeteilt: dem fiktional privaten hinteren Bereich, der aus einer gläsernen Decke besteht, die Einblick in die Bibliothek gewährt; aus einer Fensterfront, die zum Spiegel umfunktioniert wird; aus Sitzgelegenheiten, die den ‘privaten Bereich’ umrahmen und damit abgrenzen, aber gleichzeitig auch als Interaktionsort mit dem Außen genutzt werden können und dem vorderen öffentlichen Bereich, in welchem das in Anthrazit gehaltene und langgezogene Gitter als Laufsteg umfunktioniert wird. 

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

Auf der Schwelle zwischen dem öffentlichen und privaten Bereich wird ein Merkmal (symbolisch dargestellt durch den Nagellack) als schmerzhafter Befreiungsakt von vorgefertigten Kategorien  von Geschlecht entfernt. Dabei liegt der Nagellack wie eine zweite Haut auf dem Körper und lässt sich nur mühsam und in einem sich ständig wiederholenden Akt und in Wechselwirkung mit einem dem Körper externen Hilfsmittel (Nagellackentferner) sukzessive entfernen. 

Im privaten Bereich werden dann Hilfsmittel aus dem Koffer gezielt benutzt, um ‘Männlichkeit’  herzustellen. 

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Kunst in Öffentlichen Raum Tirol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

Haltungen werden im Spiegel geübt und gezielte Kleidungsstücke und Accessoires sollen der Konstruktion behilflich sein.  

Anhand überspitzt ‘typischer’ Verhaltensweisen (aggressiv – lässiges umstoßen des Mülleimers – Handeln im sozialen Raum) wird ‘Männlichkeit’ performiert, wie auch anhand der Haltung, des Ganges, der Mimik und Gestik, das Tun, das in der sozialen Situation verankert ist und das in der virtuellen oder realen Gegenwart anderer vollzogen wird, von denen wir annehmen, dass sie sich daran orientieren“(*3), die Konstruktionselemente sichtbar werden lässt. 

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic
Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

Im privaten Bereich setzt sich nun das Subjekt mit dem eben Hergestellten Schicht für Schicht auseinander und übt sich in ‘männlich betroffener Schweigsamkeit’. 

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

Nun wird an das Subjekt in einer Interaktion ein alternatives Handlungs- und Zuschreibungsangebot von Außen [Performance assistance by Pippa Chase] herangetragen. Dies operiert mit sozial anerkannten Bildern, denen auch eine gewisse Zugehörigkeit und Solidarität innewohnen. 

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

‘Frau’/ Freundin’ macht ‘Frau’/ Freundin’ die Nägel und sucht aus dem Koffer ein ‘passendes’ Kleidungsstück für sie aus. 

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

‘Frau’ rasiert sich die Beine und cremt sich ein. Schicht um Schicht wird der performative Akt vollzogen. Die Konstruktion ‘der Weiblichkeit’ wirkt im Spiegelbild verzerrt. 

Li Fu: “Doing Gender . 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic
Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

Die Inszenierung von ‘der Weiblichkeit’.

Im privaten Bereich setzt sich nun das Subjekt mit dem eben Hergestellten Schicht für Schicht auseinander und übt sich im ‘weiblichen Ausbruch’ – lautes Weinen und ‘hysterisches’ Anklagen:  (Wer bin ich? [im privaten Raum])

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

Schicht für Schicht wird ein ‘Dazwischen’ konstruiert und erhebt zum ersten Mal die Stimme im öffentlichen Raum erhoben.

Li Fu: “Doing Gender 8102.50.3*”, University of Innsbruck, “Misplaced Women?” Project Workshop, Art in Public Space Tyrol, 2018. Photo: Daniel Jarosch. Copyright: Tanja Ostojic

„Es ist nicht ER. Es ist nicht SIE. Es gibt auch ein  ‘DAZWISCHEN’. Wer das nicht checken will, soll sich einfach verpissen. Daran stört mich nicht mal die fehlende Empathie, sondern die in so vielen Ländern herrschende Transphobie.“(*4)

Vorbereitungsphase: ca. eine Stunde am Vorabend. 

Text: Li Fu

________________________________________________

Literaturverzeichnis:

Gildemeister, Regine (2004): Doing Gender. Soziale Praktiken der Geschlechterunterscheidung.

In: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (Hg): Handbuch Frauen und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie.

VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 132-140. 

Weber, Max (2011): Wissenschaft als Beruf. Duncker & Humblot: Berlin. 

West, Candance/ Zimmerman, Don H. (1987): ‘Doing Gender’ zitiert nach Gildemeister, Regine/ Wetterer, Angelika (1992): Wie Geschlechter gemacht werden. Die soziale Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit und ihre Reifizierung in der Frauenforschung. In: Knapp, Gudrun-Axeli/ Wetterer, Angelika (Hg.): Tradition Brüche. Entwicklung feministischer Theorie. Kore: Freiburg In: Gildemeister, Regine (2004): Doing Gender. Soziale Praktiken der Geschlechterunterscheidung. In: Becker, Ruth/ Kortendiek, Beate (Hg): Handbuch Frauen und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden, S. 132-140.

Zur Person: Einfälle einer* Dilettant*in (*5)

Li Fu interessiert sich für das Politische im Alltäglichen und gesellschaftliche Entwicklungstendenzen der Gegenwart. Besonders die Konstruktion des Alltags und die Betrachtung der Bausteine, anhand welchen Wirklichkeiten konstruiert werden, liegen hierbei im Fokus. In D.I.Y. -Manier wird anhand unterschiedlicher Performances der Versuch unternommen theoretische Konzepte in den Alltag zu überführen. 

________________________________________________

Fußnoten:

  1. Gildemeister 2004, S. 132
  2. West/Zimmermann 1987, S.14
  3. West/Zimmermann 1987, S.14 zitiert nach Übersetzung in Gildemeister/Wetterer 1992, S. 237 In: Gildemeister 2004, S.132
  4. Auszug aus einem Hip Hop Text von Li Fu
  5. Siehe dazu Weber 2011

______________________

Edited and first published by Tanja Ostojic on the “Misplaced Women?” Blog 2018/19

This Performance has been released in the frame of: “Misplaced Women?” Workshop by Tanja Ostojic, May 2018, Art in Public Space Tyrol /Kunst in Öffentlichen Raum Tirol, Austria.

__________________________

Please visit as well other contributions and posts from the same workshops:

Review by Tanja Ostojic: Misplaced Women? @ Art-In-Public-Space Tyrol, Innsbruck

Open Call for participants for the “Misplaced Women?” performance workshop in the public space with Tanja Ostojić, in Innsbruck, May 11-13 2018, with a presentation in Die Bäckerei

Offene Ausschreibung zur Teilnahme an der “Misplaced Women?” Performance-Kunst-Werkstatt im öffentlichen Raum mit Tanja Ostojić vom 11–13 Mai 2018 in Innsbruck mit einer Aufführung in Die Bäckerei

______________________

Advertisements

Misplaced Women? @ Art-In-Public-Space Tyrol, Innsbruck

In Innsbruck, Performances, Workshops on May 17, 2018 at 9:00 am

In the frame of the “Misplaced Women?” performance art workshop by Tanja Ostojic, realised in the frame of the Art in Public Space Tyrol, in Innsbruck, Austria (May 2018), two workshop participants have been chosen on the base of open call. And the following six performances by Tanja Ostojic, Li Fu and Pippa Chase have been developed and performed in the carefully chosen variety of public spaces, in front of, and in interactions with diverse and numerous audiences:

 

On Friday, May 11, 2018:

Performance 1_11.5.2018 WEB-33

“Misplaced Women? and The Tourist Suitcase”, 30 min performance by Tanja Ostojic at Haupt Bahnhof/ main train station, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

“Misplaced Women? and The Tourist Suitcase”, 30 min performance by Tanja Ostojic, on Friday, May 11, 2018, from 14:30-15:00h, at Haupt Bahnhof, Innsbruck.

 

 

Performance 2_11.5.2018 WEB-28

“CODE: Ich habe ja nichts zu verbergen!” 35 min performance by Li Fu, at Landhausplatz, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

“CODE: Ich habe ja nichts zu verbergen!”, 35 min performance by Li Fu, on Friday, May 11, 2018, from 15:25-16:00h, at Landhausplatz, Innsbruck.

 

 

Performance 3_11.5.2018 WEB-33

“Eve is a Bridge”, 20 min performance by Pippa Chase, at Innbrücke, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

“Eve is a Bridge”, 20 min performance by Pippa Chase, on Friday, May 11, 2018, from 16:20-16:40h at Innbrücke, Innsbruck.

 

 

On Saturday, May 12, 2018:

Performance 4_12.5.2018 WEB-18

“Misplaced Women? and The Tourist Suitcase”, 60 min Performance by Tanja Ostojic, at the Goldenes Dahl, Altstadt, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

Performance 4_12.5.2018 WEB-50

“Misplaced Women? and The Tourist Suitcase”, 60 min Performance by Tanja Ostojic, at the Goldenes Dahl, Altstadt, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

“Misplaced Women? and the Tourist Suitcase”, a 60 min Performance by Tanja Ostojic, on Saturday, May 12, 2018, from 9:50-10:50h, at the Goldenes Dahl, Altstadt, Innsbruck.

 

 

Performance 5_12.5.2018 WEB-28

“Doing Gender 8102.05.3*” , a 60 min performance by Li Fu, in front of the University, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

“Doing Gender 8102.05.3*” , 60 min performance by Li Fu, on Saturday, May 12, 2018, from 12:25-13:25h, in front of the University, Innsbruck. Realised with performance assistance by Pippa Chase.

 

Performance 6_12.5.2018 WEB-33

“Der Roter Faden”, 42 min performance by Pippa Chase, in Hofgarten, Innsbruck. Photo: Daniel Jarosch

“Der Roter Faden”, 42 min performance by Pippa Chase, on Saturday, May 12, 2018, from 15:00-15:42h, in Hofgarten, Innsbruck, with performance assistance by Li Fu.

_______________________________

On Sunday, May 13, the public presentation and discussion about the Misplaced Women? workshop and the six performances we’ve realised in Innsbruck took place in the Die Bäckerei – Kulturbackstube. 

2018-05-13

Misplaced Women? public discussion in Die Bäckerei, Innsbruck, May 13,2018 Photo: Ingeborg Erhart

_______________________________

Development and production: Tanja Ostojic, “Mispleced Women?” (2009-2018)

Produced with the support of: Kunst im öffentlichen Raum Tirol /  Art in Public Space Tyrol, Austria.

KoR_Tirol_Logo

Landeslogo_RGB

Photos: Daniel Jarosch

For more information please see the event’s publicity and press coverage:

The Misplaced Women? Project Blog: 

Category: Innsbruck

Kunst im öffentlichen Raum Tirol / Art in Public Space Tyrol:

Die Bäckerei (online and printed program):

Tiroler Tageszeitung 12.5.2018.

SeeCult cultural portal 13.5.2018:

Radio Beograd 2, 17.5.2018 (12-13h):

 

Offene Ausschreibung zur Teilnahme an der “Misplaced Women?” Performance-Kunst-Werkstatt im öffentlichen Raum mit Tanja Ostojić vom 11–13 Mai 2018 in Innsbruck mit einer Aufführung in Die Bäckerei

In Innsbruck, News, Workshops on February 19, 2018 at 4:57 pm

Dies ist eine offene Ausschreibung zur Teilnahme am dreitägigen Misplaced Women? Performance-Kunst-Workshop im öffentlichen Raum mit Tanja Ostojić, welche vom 11.–13. Mai 2018 mit einer öffentlichen Aufführung in Die Bäckerei, Kulturbackstube, in Innsbruck, Österreich stattfindet.

Teilnehmer_innen jeglichen Alters, Hintergrunds, Geschlechts und Erfahrungsniveaus, die sich für die gesamte Dauer der Werkstatt zur Teilnahme verpflichten können, sind herzlich willkommen. Wir ermutigen besonders Bewerber_innen, die sich für das Themenfeld Migration, für Performance-Kunst, für die Belange jener, die sich als Frauen identifizieren und die sich für die Repräsentation von Geschlecht und Kunst im öffentlichen Raum interessieren. Die Bewerber_innen sind dazu eingeladen und ermutigt, Erfahrungen zu teilen und auszutauschen, welche die Themen Migration, Vertreibung, Gefährdung und Privileg betreffen sowie dazu, einige der Misplaced Women? Performances-Scores aufzuführen. Der Workshop ist kostenfrei. Warme Getränke und Snacks sowie eine professionelle fotografische Dokumentation der Teilnehmer_innen werden bereitgestellt. Aufgrund der begrenzten Zahl von Teilnehmer_innen bitten wir um eine Bewerbung.

Bewerbungsfrist: Montag, der 16. April 2018.

In Rahmen des Workshops werden wir die Möglichkeit haben, performative Interventionen in öffentlichen Räumen zu realisieren. Die Resultate des Workshops werden am dritten Tag in Die Bäckerei, Kulturbackstube, der Öffentlichkeit präsentiert und auf der Webseite des Misplaced Women? Projekts veröffentlicht.

Dieses Projekt, einschließlich der Werkstatt, der Gruppen- und individuellen Performances im öffentlichen Raum, wurde im Kontext der Förderaktion Kunst im öffentlichen Raum des Landes Tirol ausgewählt. Die Medien- und Pressearbeit erfolgt in Zusammenarbeit mit der Tiroler Künstler*schaft.

IMG_3652

Participants of the “Misplaced Women?” performance workshop by Tanja Ostojić, hosted by the Aberdeen Festival of Politics 2016 and the Torry Community Center. Photo: Amy Bryzgel

Bei Interesse können Sie im Folgenden noch weitere Details zum Workshop und zur Bewerbung finden.

ENGLISH VERSION 

Über das Projekt:

Misplaced Women? ist ein Kunstprojekt von Tanja Ostojić bestehend aus Performances, Performance-Serien, Werkstätten und delegierten Performances, das seit 2009 läuft und Beiträge internationaler Künstler_innen, Student_innen, und Menschen mit verschiedenen Hintergründen beinhaltet. Im Kontext des Projekts verkörpern und inszenieren wir einige der alltäglichen Aspekte, welche Formen der Vertreibung charakterisieren, die Durchreisenden, Migrant_innen, Kriegs- und Katastrophenflüchtlingen ebenso vertraut sind wie nomadischen Künstler_innen, die um die Welt reisen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Performances behandeln bleibende Themen von Migrations- und Machtbeziehungen, wie sie den mobilen, vor allem den weiblichen Körper betreffen, ein Aspekt, der bereits in diversen früheren Arbeiten von mir behandelt wurde.

Über die Workshop-Leiterin: 

Tanja Ostojić (*1972) ist eine renommierte interdisziplinäre Performance-Künstlerin, die in Jugoslawien geboren wurde und seit 2003 in Berlin lebt. Ihre Werke beschäftigen sich vor allem mit Feminismus und Migrationspolitik.  Sie bezieht sich selbst als Figur in ihre Performances ein und benutzt diverse Medien in ihren künstlerischen Recherchen, um soziale Konfigurationen und Machtverhältnisse zu untersuchen. Sie arbeitet vor allem aus der Perspektive einer Migrantin – innerhalb spezifischer sozialer Kontexte –, wobei die politische Positionierung sowie die Inklusion der Betrachter_innen die Ansätze ihrer Arbeit definieren. Seit 1994 hat sie ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen, Festivals und Veranstaltungen in der ganzen Welt präsentiert. Sie hat Vorträge, Vorlesungen und Seminare gegeben sowie Workshops bei akademischen Konferenzen und in Kunstuniversitäten in Europa und Amerika abgehalten.

Über den Workshop:

Das Misplaced Women? Projekt beinhaltet das Auspacken des eigenen Koffers, einer Plastiktüte, Handtasche oder Ähnlichem im öffentlichen Raum, eine Handlung, welche für die Erfahrung der Vertreibung steht, die den Alltag von Migrant_innen, Durchreisenden, Obdachlosen sowie Kriegs- und Katastrophenflüchtlingen bestimmt. Die Werkstatt zielt darauf, die Teilnehmer_innen mit diesen Themen vertraut zu machen und zu Diskussionen und Interventionen in den unterschiedlichen öffentlichen Räumen anzuregen.

Der erste Teil der Werkstatt besteht aus einem Zusammenkommen, bei dem sich die Teilnehmer_innen über ihre individuellen Erfahrungen und die Ziele des Projekts austauschen und informieren können.

Während des zweiten Teils werden die Teilnehmer_innen dazu ermutigt und dabei unterstützt, Live-Performances und Interventionen in den Straßen und Parks von Innsbruck zu veranstalten. Die öffentlichen Performances werden professionell fotografisch dokumentiert.

Die Resultate des Workshops  werden am dritten Tag in Die Bäckerei, Kulturbackstube in Innsbruck der Öffentlichkeit präsentiert. Alle Teilnehmer_innen sind dazu eingeladen, aktiv an dieser Präsentation und der im Anschluss daran stattfindenden Diskussion teilzunehmen.

Die Dokumentation sowie die gesammelten Notizen und Reflexionen vom Workshop werden editiert und auf der Webseite des Misplaced Women? Projekts veröffentlicht.

Termine des Workshops:  Freitag, Samstag und Sonntag, 11. – 13 Mai, 2918

Wer kann sich bewerben?

Teilnehmer_innen unterschiedlichen Hintergrunds und Geschlechts, die sich für die gesamte Dauer der Werkstatt zur Teilnahme verpflichten können, sind herzlich willkommen. Besondere Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich. Wir heißen alle Menschen mit „Behinderungen“ willkommen sowie all jene, die kein Englisch oder Deutsch sprechen. Wir bitten darum, besondere Anforderungen in der Bewerbung anzugeben.

Die Veranstaltung ist kostenfrei, doch aufgrund der begrenzten Platzzahl bitten wir die Interessent_innen um eine Bewerbung. Dazu schicken Sie bitte eine E-Mail an tanjaostojicart (AT) gmail.com mit dem Betreff: Misplaced Women? Innsbruck, und schreiben Sie einen kurzen Absatz über ihre Motivation und ihren biographischen Hintergrund.  Sie sind dazu eingeladen, ihre Kontaktinformationen hinzuzufügen oder einen Link zu ihrer persönlichen Webseite, sollten sie über eine solche verfügen.

Zusätzliche Links:

Misplaced Women? Projekt

Tanja Ostojić, Bücher

Die Bäckerei, Kulturbackstube, Dreiheiligenstraße 21a, Innsbruck, Österreich

%d bloggers like this: